Innovation & KI, Wissen & Bildung

Aufbruch in die Welt von morgen

Immer mehr und neue Schlagworte erobern die Medien: VDC, PIM, CDE, KI und viele andere mehr – Dr. Buzzword und Mr. Hype. Was gibt uns Orientierung, was bringt uns weiter? Eine entsprechende Einstellung gegenüber neuen Entwicklungen, Neugier auf Neues und gezielte Weiterbildung helfen, Schritt zu halten.
Johannes Herold

Kaum haben wir das eine Schlagwort verstanden, können es einordnen und in unseren Alltag integrieren, folgt auch schon das nächste. In gleichem Masse steigen die Möglichkeiten des Zugangs zu Informationen, doch wird es immer schwieriger, deren Qualität und Wichtigkeit einzuschätzen. Noch dazu fehlt meist die Zeit, sich einen Überblick zu verschaffen. Die zunehmende Komplexität schürt Ängste vor einer Zukunft, die nicht mehr überschau- und damit auch nicht mehr beherrschbar ist. Das alles wirft Fragen auf: Was passiert um uns herum? Wo stehen wir? Was wollen, was müssen wir?

Einstellung
Furcht ist bekanntermassen kein guter Ratgeber. Mit unserer Einstellung können wir zwar nicht die Welt verändern, unser Handeln aber schon. Ein erster kleiner Schritt – und auf die kleinen Schritte kommt es an – ist die Suche nach dem individuell richtigen Weg. Zum Beispiel, welche Kompetenzen ich habe und in Zukunft benötige.

Laut einer Studie von McKinsey1 von 2021 werden kritisches Denken, die Fähigkeit zu planen und kommunizieren, flexibles, kreatives Denken, Weiterbilden und Lernen sowie die Fähigkeit, sich an ändernde Rahmenbedingungen anzupassen, gefragt sein. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine Kurzstudie der FHNW2, die die Fähigkeit, komplexe Probleme und Herausforderungen zu lösen, organisatorische Fähigkeiten und die Fähigkeit, sich selbst zu führen, sowie analytisches Denken, Planen und Handeln als künftige Kompetenzen hervorhob. Und in einem kürzlich erschienen News­letter definiert das «Zukunftsinstitut» sogenannte Digital Work Skills als eine breite Palette von Kompetenzen, die in der digital vernetzten Arbeitswelt benötigt werden. Dazu gehören die Fähigkeiten, effizient in virtuellen Teams zu arbeiten, digitale Kommunikationswerkzeuge effektiv zu nutzen, sicher im Internet zu agieren und sich kontinuierlich weiterzubilden, da sich Technologien schnell weiterentwickeln. «‹Das haben wir schon immer so gemacht› ist kein Leitsatz für die Hochgeschwindigkeitswelt von heute», schreiben Harry Gatterer und Stefan Tewes entsprechend in der Einleitung ihres Buches «Megatrend Research».

1 Defining the skills citizens will need in the future world of work, McKinsey & Company, 2021, M. Dondi, J. Klier, F. Panier und J. Schubert.

2 Future Work Skills: Kompetenzen und Fähigkeiten für zukunftsorientierte Unternehmen, 2023, Anna V. Rozumowski, Marc K. Peter, Annik Bernet, Johan Lindeque, Mike Tonazzi & Jörg Sennrich.

Neugier
Wollen wir uns also mit einer neuen Technologie befassen, ist der beste Weg einfach anzufangen. Keine Angst vor Fehlern, denn aus ihnen lernen wir. Probieren wir einfach aus, wie uns die künstliche Intelligenz bei der Recherche unterstützen kann, wie sie Argumente und Gegenargumente zusammenträgt und uns dabei zu neuen Gedanken anregt und – im besten Fall – neue Erkenntnisse bringt.

Wir lernen, die Antworten zu beurteilen, zu gewichten und für unsere Zwecke zu nutzen. Das ist heute vielleicht noch nicht perfekt, doch zum Wesen der künstlichen Intelligenz gehört, dass sie dazulernt – und daran können wir uns ein Beispiel nehmen. Sicher ist, dass sich die Werkzeuge, mit denen wir arbeiten werden, weiterentwickeln, und es ist bestimmt keine schlechte Idee, es ihnen gleich zu tun. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit Neuem bringt Vorteile: einen Wissensvorsprung oder eine Zukunftskompetenz. Voraussetzung dafür ist die Fähigkeit, Veränderungsbedarf zu erkennen, sei er individuell, im Team oder im Unternehmen.

Erstpublikation 04.04.2024 auf crb.ch