Links und Unterlagen zu Vortrag BIM in Dänemark in der SBC-Z

Wie angekündigt finden Sie hier die Unterlagen  zum Vortrag von Asbjørn Levring (DK) und mir (Odilo Schoch) am 12. Dez. 2013 in der Schweizer Baumuster-Centrale Zürich
Das grosse Interesse und das erhaltene Feedback haben uns sehr gefreut. Es ermuntern uns zu weiteren Veranstaltungen. Vielen Dank.


Die Präsentation des Vortrag vom 12. Dez. 2013:
  • Die Folien des Vortrags (via SlideShare.net)

Links zu BIM:

Nochmals grossen Dank an die Sponsoren:

Autor: Odilo Schoch

15. Dezember 2013 von Odilo Schoch
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BIM-Prozess für frühe Projektphasen

Prozess mit Simulationsmöglichkeiten für BIM in frühen Phasen.

Bereits in frühesten Projektphasen eines Projektes kann man auf die Vorteile von BIM-basierter Arbeitsweisen zurückgreifen. Schon einfachste Modelle (bestehend aus Raumzonen) ermöglichen die approximative Simulation von Kosten, Rendite, Energiebedarf, thermischer Behaglichkeit/Energiebedarf, etc. Die Integration der Fachdisziplinen erfolgt dabei qualitativ, was den beschleunigten Entwurfsiterationen zugute kommt. Die Abläufe eines BIM mit mehreren Simulationsthemen in frühen Projektphasen sind dabei anders als bei disziplinübergreifenden BIM-Aktivitäten in der Werkplanung:

Während in der Werkplanung die administrative und semantische Synchronisation von beispielsweise Haustechnik und Tragwerksplanung viel Disziplin erfordert, ist in den frühen Projektphasen (nach SIA 112 die Phasen 1 und 2) die inhaltliche Synchronisation aufgrund weniger Informationen notwendig.

Begonnen wird deshalb mit der Bestandsaufnahme im erweiterten Kontext mit Klima, Baureglement, etc. Anschliessend folgt die inhaltliche Zieldefinition des Projektes. Diese Zieldefinition bildet den Kern, da daraus die einzelnen Simulationsthemen ermittelt werden, gegen die die Entwurfsvarianten geprüft werden. Ziele sind beispielsweise beabsichtigte Energiebedarfswerte, Materialien, etc. Die Grafik oben rechts von Asbjørn Levring (DK) und Odilo Schoch (CH) erläutert die Phasen und das Zusammenführen der Erkenntnisse im Entwurf. Asbjørn Levring erstellte das Schema ursprünglich für die AutoDesk-University auf Basis gemeinsamer Projekte in Dänemark. Die Abfolge ist generisch und lässt sich mit fast beliebigen BIM-Tools anwenden.

Bei Simulationen in frühen Projektphasen ist wichtig, dass die Simulationsergebnisse über die  wissensbasierte Entscheidung zurück in die BIM-Modelle fliesst. D.h. BIM-Modelle für Tageslichtsimulationen werden evtl. nicht zurück in ein Ursprungsmodell geschrieben. Dies stellt datentechnisch eine Sackgasse dar. Allerdings werden die Schlussfolgerungen aus jeder Simulation über den Planer/Architekten wieder in ein BIM-Modell integriert. Inhaltlich ist BIM in den frühen Projektphasen allerdings ein wertvoller Vorteil für Planer, Architekten und vor allem Bauherren.

10. Dezember 2013 von Odilo Schoch
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Granlund’s gesamheitliche BIM-Implementierung

Grandlund’s Motto:
Less energy gives more.

Das finnische Ingenieurbüro Granlund OY ist in der BIM-Welt positiv für BIM in konsequenter Anwendung bekannt: von Geschäftsmodell  über Mitarbeit in Normenkommissionen bis hin zur selbstentwickelten Datentechnik. Vergangene Woche hatte ich nun die Gelegenheit zum direkten 1:1-Gespräch in Helsinki. Dieser Artikel sortiert offen zugängliche Informationen über Granlund aufgrund der persönlichen Erläuterungen. Für BIM in der Schweiz gibt es einige bemerkenswerte Ansätze.

Zunächst fallen  Erfahrung, Bodenständigkeit und Offenheit auf. Granlund’s Erfahrung ist umfassend und begann in den 1990er Jahren. Die Ingenieure erkannte früh der Mehrwert vernetzter Arbeitsweisen: gesamtheitliche Lösungen auf Basis transdiziplinärer Arbeit. Die gleichzeitige Betrachtung von Form, Struktur, Ressourcenbedarf, Technologie und Kosten wird durch BIM einfacher. Zudem hilft die Vernetzung auf Datenebene Gebäudemodelle einfacher mit Informationen anzureichern und dadurch weniger Planungsfehler zu erreichen.

Trotz dieser langjährigen Erfahrungen zeigt sich die BIM Implementierung von Granlund überraschend bodenständig. Das Ingenieurbüro setzt auf die erprobte und belastbare Software. Nicht jede neue Software wird integriert. Und es wird auf eine pragmatische Nutzung von IFC-Dateien gesetzt, welche abwärtskompatibel zu nicht-bimmenden Partnern ist.

Am überraschendsten war die Offenheit meines Gesprächspartners. Aus meiner Zeit in Dänemark ist mir die skandinavische Freude an gegenseitigem Austausch von Informationen und Erfahrungen bekannt. Allerdings verschliessen sich viele Firmen nach der erfolgreichen BIM-Implementierung. Anders im Gespräch mit Granlund. So kamen wir auf identische Herleitungen und Vokabeln unserer jeweiligen Arbeitsweisen, obwohl wir vorher nie Kontakt hatten. Insbesondere die Arbeitsweise zu BIM in frühen Entwurfsphasen (earlyBIM) ist identisch mit meinem Ansatz von ‚greenBIM‘: erst die Ziele definieren, dann Varianten der Raumanordnung mittels passenden Tools evaluieren. Die vernetzte Erarbeitung von Inhalten liefert Fachexperten als Auftraggebern jene Mehrwerte, die zu langfristig besseren Gebäuden führen. Ich freue mich über den Kontakt.

Autor: Odilo Schoch

03. Dezember 2013 von Odilo Schoch
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12.12.13, Zürich: Vortrag «BIM Building Information Modeling in Dänemark»

Am 12. Dez. 2013 zeigen Asbjørn Levring (DK) und Odilo Schoch (CH) in der Schweizer Baumuster-Centrale Zürich welche Mehrwerte durch BIM in Entwurf und Planung erzielt werden können. Beispiele aus Dänemark veranschaulichen die Konzepte.

Asbjørn Levring’s Grusswort: „I am happy to present how we create value for Danish and international companies using BIM technology. During my work at the Danish Technological Institute I helped software companies, architects, engineers, building owners and manufactures to get added value in BIM by using strategy-based implementation.
My key learning is, that we have to make it simple and easy to get to a broader attendees in construction. We enable the potential in BIM by software customization and methodology development. In our lecture, Odilo and I will show the benefits of BIM in early design, design development and detailed design phases. We will present you the ability to implement effective processes and value based strategies using a multiple tools approach to add all aspects and new possibilities into your own process from day one.
In addition I will present predefined workflows for environmental simulation, cost estimation, virtual planning and visualization of important design parameters.
I am looking forward to an great event.“ Asbjørn Levring

Details zur Veranstaltung::
«BIM Building Information Modeling in Dänemark»
Referenten: Asbjørn Levring, Odilo Schoch.
12. Dez. 2013, 12:15 – 13:30 Uhr, kostenlos.
Ort: Schweizer Baumuster-Centrale Zürich, Weberstrasse 4, CH 8004 Zürich.
Anmeldung bis 10.12.2013: per Email an thema@baumuster.ch
Die Präsentationen sind auf deutsch und Englisch.

25. November 2013 von Odilo Schoch
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Grundlage erfolgreicher BIM Anwendung

Übersicht der Inhalte eines ‚BIM Execution Plan‘

Die Durchführung von BIM in der Planung stellt eine besondere Herausforderung dar. Die projektspezifisch festgelegten BIM-Ziele mögen rasch definiert sein, aber die Details des BIM in der Anwendung sind vielschichtig und vernetzt. Das helfende Dokument heisst in englischen ‚BIM Execution Plan‘.
Für die Planer und Projektleiter stellen sich zahlreiche Fragen: Was soll in welcher Phase gemacht werden? An wen, in welchem Format, mit welchen Informationen ist was zu liefern? Was wird für den Bauherrn in der Analyse wichtig sein? Wer hat welche Änderungsrechte am virtuellen Datenmodell?  Muss überhaupt Alles in 3D-sein? etc.

Ein „Plan zur BIM Durchführung“ (BIM Execution Plan) beantwortet viele dieser Fragen und strukturiert die Aufgaben einzeln für jeden Projektbeteiligten. Zusatzdokumente nehmen sich einzelnen Themen teils sehr detailliert an, indem sie Aktivitäten, Verantwortungen und Detailierungsgrade festlegen.

Ein guter „BIM-Plan“ wird projektspezifisch erstellt. Es werden die Beteiligten nach Zielen, Kompetenzen und technischer Möglichkeiten befragt. Daraus lässt sich ein BIM-Umsetzung erstellen, welche für das jeweilige Projekt in einzelne Phasen gliedert die „Spielregeln“ der weiteren Zusammenarbeit festlegt.

Trotz aller Planung gilt auch hier: ein „Plan zur BIM Durchführung“ ist nicht statisch, sondern kann situationsbedingt angepasst werden. Es tauchen neue Projektanforderungen auf, die Teamzusammensetzung verändert sich, die Nutzeranforderungen verändern sich, oder es ändern sich sogar gewisse Ziele.

McPhee unterstützt die phasenweisen Gliederung aller Pläne. Zudem sollten zwischen den Planungsphasen Übergänge definiert werden, da sich stets Gewichtungen betr. Inhalten, Akteuren und dadurch Rollen, Analysen und Technologien verschieben. Mit zwei Kernelementen des Plans lassen sich die Themen besser fassen:
– BIM Zieldefinition
– BIM Management (inkl. zu berücksichtigende Normen und Regeln,  Koordinationshilfe IDM, Definition der Phasenbezogenen Detaillierung vgl. der RIBA PoW Toolbox und ggf. weiteren Kapiteln).

AaronMaller haben ein ausgefeiltes Beispiel eines ‚BIM Execution Plans‘ veröffentlicht, welches allerdings für eine Anwendung Schweiz hinsichtlich Aufgabenzuordnung stark verändert werden müsste.

Autor: Odilo Schoch

07. November 2013 von Claus Maier
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David Philp, Head of BIM / UK, am 08. Nov. in Zürich

David Philp,
Bildquelle: http://www.cita.ie/1stbimw.asp

Am Freitag 08. Nov. 2013 spricht David Philp, (Twitter: @ThePhilpster) in Zürich am Workshop von BuildingSmart Schweiz. Seit 2012 ist David Philp verantwortlicher Leiter BIM beim britischen Bau- und Beratungsunternehmen ‚mace‘, welches Dienstleistungen über das gesamte Spektrum des Lebenszyklus einer Immobilie anbietet.

Als Referent ist er insbesondere aufgrund seiner Rolle als Vorsteher der BIM Implementierung der britischen Regierung (Head of BIM Implementation, Cabinet Office) sicher sehr interessant. Die Ziele der offiziellen Kampagne erläutert er kompakt in diesem Video :

  – Modernisierung des Bausektors
  – Mehrwert schaffende Zusammenarbeit
  – Aufbau von landesweiten Arbeitsgruppen zur Implementierung

Er sieht BIM als einen wichtigen Katalysator für dringend benötigte Reformen im Baugewerbe (Vortrag in  Dublin). Aufgrund seiner früheren Tätigkeit bei Totalunternehmer Balfour Beatty zeigt er auf wie BIM die Grundlage einer methodischen Analyse zur langfristigen Leistungsfähigkeit eines Gebäudes ist. Er legt dar, dass für die erfolgreiche BIM Implementierung stets eine firmenspezifische BIM-Methode und für jedes Projekt eine individuelle Strategie (Video NBS) erforderlich sind.

Ein wichtiges Anliegen ist David Philp die Notwendigkeit von einem gemeinsamen (nationalen) Standpunkt aus zu starten – anstatt isoliert zu beginnen.  Die aktuelle Neuauflage des RIBA Plan of Work soll in Grossbritannien hierfür eine Grundlage bilden. – wobei erste Kritik laut wird, durch britische Architekten die befürchten, dass sie nach Phase 4 faktisch nicht mehr benötigt werden könnten.

Wir freuen uns auf Vortrag und Diskussion. welcome!

Autor: Odilo Schoch

02. November 2013 von Odilo Schoch
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OLMeRO Listenmanager

Mit dem Smartphone auf der Baustelle bei einer Begehung kurz eine paar Bilder machen,..diese vor Ort noch mit einer Anmerkung zu versehen und somit zeitgleich ein verwendbares Protokoll zu erhalten ist wohl ein Wunsch, den viele Baufachleute hegen.



iPhone Screenshot 1
Screenshot Anmeldeseite der App.

Dieses verspricht der OLMeRO Listenmanager, den OLMeRO im Rahmen Ihrer Plattform zum Mängelmanagement einsetzt, und den man bei iTunes oder Google Play herunterladen kann.

Mit der Installation der App ist die Verwendung des Tools allerdings noch nicht gegeben, denn der Listenmanager ist verknüpft mit einem OLMeRO Server auf dem die Daten verwaltet werden und zu dem man letztlich durch eine Anmeldung Zugang braucht. Ohne diese Verknüpfung ist die App nicht nutzbar.
Für Testzwecke war OLMeRO bereit mir einen Demo Account freizuschalten. Sehr positiv ist, dass die App individuell anpassbar ist. Bezeichnungen, Hierarchie, Layout etc. können individuell vor eingerichtet werden. Ich hatte die Appmit einfacher Gliederung und Angaben zu Projekt, Gewerk, Datum und Position getestet. Zu jeder Position konnten beliebig viele Fotos angefügt werden und Kommentare als Sprachaufnahme oder Text angefügt werden. Die Daten werden über WLAN mit dem Server abgeglichen und können dort auch nochmals bearbeitet werden und an die entsprechenden Personen im Projektteam weitergeleitet werden.

Die App hat gut funktioniert, allerdings fand ich die Hierarchiestufen für die Handhabung auf der Baustelle nicht sonderlich intuitiv. Auch eine Nachbearbeitung der Bilder auf dem Server z.B. um sie aufzuhellen oder mit einer Markierung zu versehen, war leider nicht möglich. Für das nächste Projekt werde ich das Tool dennoch gerne in Betracht ziehen. 

30. Oktober 2013 von Odilo Schoch
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anno 1998 – Bauen nach Smart (SIA)

1998 erschien die vom SIA herausgegebene Publikation  „Bauen nach Smart“.

Kernaussage dieser Publikation ist der angebliche Vorteil von integrierten und zielorientierten Arbeitsweisen. Diese würden die Zusammenarbeit zwischen Planern, Bauherren und Unternehmern verbessern. Dadurch würde der Planer frühestmöglich aufzeigen, welche Entscheide zu welchen Kosten führen.

Was hat dies mit BIM zu tun? Die Arbeitsgruppe, welche die Publikation erstellt hat, nennt diese Hauptelemente des „Bauen nach Smart“, welche in Kostenvorteilen resultieren würden:
– Zielvereinbarung
– Interdisziplinarität bis hin zu frühen Besprechungen mit ausführenden Unternehmen und Nutzern.
– Handlungsvorschläge für die Nachfolgenden Phasen

Vergleichbare Argumente und Werkzeuge finden sich in aktuellen BIM-Diskussionen und wurden auch in Phasenmodellen wie dem Britischen „RIBA Plan of Work„. Dort wurde explizit die Phase 0 entwickelt, welche der strategischen Zielvereinbarung geschuldet ist. Dies wird in „Bauen nach Smart“ ebenso definiert.

Interessant ist die Erkenntnis, dass „die Kompetenz des Bauherrn“  erhöht würde (S. 27). Diese Kompetenzsteigerung des Bauherrn basiere auf den Informationen, welche von den Planern geliefert werden. Nun hängt es von der Analysekompetenz des Bauherrn ab, hier die ihm gelieferten Fragen und Spezifikationen zu interpretieren. Auch dies ist identisch der BIM-basierten Planung und Ausführung. Durch BIM kann der Bauherr oftmals sehen, was der Planer noch gar nicht kommunizieren wollte. Dadurch sind die beiden im Projekt verknüpft. Im Idealfall formuliert der Bauherr vorab seine Analysekriterien und der Planer bezieht dazu Stellung.

„Bauen nach Smart“ nimmt zudem Anleihen von der industriellen Produktion, wo ‚zuerst gedacht, analysiert und geplant wird‘ von der industriellen Produktion übernommen werden . Auch heute ist dies ein oft gehörtes Argument, welches beispielsweise Peter Meijnen  von Porsche Consulting an der BuildingSmart 2013-Konferenz in München als sinnvolle Lösung des zukünftigen Bauens erläuterte.
Auch wenn die Automobil-Industrie viele Unterschiede zur Immobilienwirtschaft hat: durch die Analyse der Methoden und Werkzeuge anderer Disziplinen kann man viel über seine eigenen Prozesse lernen.

Und mittels BIM werden nun die damals empfohlenen Aktivitäten wie „Realisation mit Werkgruppen“ (s. 17) möglich: Integrated Product Delivery. Die Publikation „Bauen nach Smart“ scheint wieder an Aktualität zu gewinnen.

Autor: Odilo Schoch

Link zum Buch im NEBIS Bibliotheksverband / (Birkhäuser ISBN 3-7643-5923-4). .

29. Oktober 2013 von Odilo Schoch
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Google & BIM?

Screenshot der Meldung von
 http://www.construction-manager.co.uk

Update (5. Dez. 2014): mit FLUX ist eine Firma in die Öffentlichkeit gegangen, die u.a. von Google Ventures unterstützt wird.

Ursprünglicher Artikel: Seit ein paar Tagen sind Artikel (z.B. Construction-Manager.co.uk) und Twitter-Posts zu lesen, welche Spekulationen um angebliche Projekte von Google im Baubereich und BIM und um die (noch leere) Website Vannevartech verteilen.

Nur ungern verbreite ich Spekulationen. Allerdings nehme ich in meinen Vorträgen oft und gerne Bezug auf Google. Dabei insbesondere die Möglichkeiten und Präzision Google Trends zu Krankheiten. Ganz im Sinne des BIM interessiert daran die Möglichkeit zur Vorhersage von Ereignissen aufgrund verknüpfter Informationen. Weitere Referenzen sind die Gefahr einfachen Bedienung, technischen Verknüpfung, Daten(un)sicherheit und insbesondere die Möglichkeit der Kooperation in Teams.

Um was geht es bei diesen Spekulationen? Google’s Entwicklungslabor ‚Google X‘ würde Werkzeuge für die Bauindustrie entwickeln. Dies würde aus einem Google-internen Bericht an den Vorstand hervorgehen (vgl. Globes). Ob diese Werkzeuge einem Konzept wie Google Docs entspricht, oder dem (bald startenden) bim+ von Nemetschek bzw. Kimon Onuma’s überzeugende Plattform Onuma System Paroli bietet, wird die Zeit zeigen – sollte Google wirklich an diesem Thema arbeiten.

Dieses spekulative Google-Projekt würde seit 2011 ‚Genie‘ heissen und würde irgendwann mal Werkzeuge für Planung und Analyse von Gebäuden bereitstellen, so die Berichte. Auf Vannevartech steht noch das Stickwort ‚CO2-Reduktion‘. Da bleibe ich gerne dran. Neue Werkzeuge zur Entscheidungsunterstützung wären hoch interessant und teils auch gefährlich.

Autor: Odilo Schoch.

20. Oktober 2013 von Odilo Schoch
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Britische Eleganz – RIBA Plan of Work 2013

Grafik der Gliederung des PoW
aus www.ribaplanofwork.com

Das britische Äquivalent zum Schweizer Leistungsmodell SIA 112 nennt sich „Plan of Work “ (PoW, kostenlos unter www.ribaplanofwork.com ). Dieser Artikel erläutert die Grundlagen des PoW. In einem weiteren Artikel vergleiche ich die SIA 112 (Version 2001) mit PoW (Version 2013). 

Die aktuelle Ausgabe des PoW ist dieses Jahr (2013) erschienen. Betreffend der Integration digitaler Werkzeuge und Arbeitsweisen ist es ein Meilenstein. Die Liste der Aufgaben sieht explizit „Information Exchange“ in 8 Phasen vor. Von 0 – Strategische Definitionen bis 7- Nutzung. In den vorbereitenden Dokumenten des RIBA wurde diese „BIM“-Thematik sachlich als „developing design information“ benannt (PDF S. 4 ). Ein gut gewählter Begriff, welcher vor allem die mit zunehmender Projektbearbeitung  steigende Projektbezogene Informationsmenge aufnimmt.

Das RIBA sieht den PoW als Grundlage zur Organisation von Prozessen. Der PoWsei kein Vertragsbestandteil. Allerding wissen die Autoren, dass dadurch das Arrangement definiert wird (RIBA presentation, S. 3).

Novum: die strategische Phase 0
Neu ist die erste Phase als ‚strategischer Anweisungen‘ (Strategic Definition ). Dort wird über BIM entschieden: ist die digitale Verknüpfung bzw. BIM ein Thema und falls ja: ‚was?‘ und ‚warum?‘.  Begründet wird dies mit „der wachsenden Nutzung von Technologie welche Kommunikation über Distanz und Projektbearbeitung mittels BIM. Für die Phase 2 – um ehrlich zu beginnen – ist es essentiell dass das Team ordentlich zusammengesetzt ist.“ (frei übersetztes Zitat aus PoW-Overview, S. 15)

Das RIBA sieht die 8 Phasen als Grundlage von iterativen Verbesserungen: Die Ergebnisse eines Projektes wirken sich auf die Phase 0 (strategischen Anweisen) des nächsten Projektes aus.

Die Phasen des RIBA Plan of Work  (2013) sind:

     0. Strategic Definition
     1. Preperation and Brief
     2. Concept Design
     3. Developed Design
     4. Technical Design
     5. Construction
     6. Handover and Close Out
     7. In Use

Honorar
Für die Phasen 0,1 und 7 wird eine stundenbasierte Entlohnung vorgeschlagen. Für die verbleibenden Phasen 2 bis 6 werden projektspezifische Korrekturfaktoren auf die Honorarsummen angesetzt. Diese sind entweder als Pauschale oder ein Prozentsatz der Erstellungskosten.

Vorarbeiten: Forderungen der Regierung
Ein ‚BIM Overlay to the RIBA Outline Plan of Work 2007 ‘ hatte 2012 bereits BIM ergänzt. Sehr gut aufgegliedert in einzelne Aktivitäten. Positiv war damals übrigens die bewusste Verknüpfung von BIM und Anforderungen der Nachhaltigkeit!

Neu ist in der 2013 Version die explizite Nennung der Strategic Definition, also Phase 0. Damit wird auch auf die Anforderung der digitalen Planung der Britischen Regierung Bezug genommen, den UK Government Digital Plan of Work.

Diese Regierungsvorgabe schreibt folgende Gliederung der Prozesse vor:
     a. Strategy / Strategie

     b. Brief / Auftrag
     c. Concept / Konzept
     d. Definition / Definition
     e. Design / Entwurf
     f. Build and Commission / Konstruktion und Beauftragung
     g. Handover and Close Out / Übergabe und Abrechnung
     h. Operations and End of Life
Hintergrund für diese Vorgabe ist die bereits 2011 Forderung für BIM als Strategie (vgl. Government Construction Strategy). Dies war Teil der generellen Regierungsdiskussion um die Herausforderungen aufgrund zunehmender Digitalisierung.
Betr. der Rollenverteilung hat der PoW übrigens keinen expliziten BIM-Koordinator. Die sog. ‚Informationsmanager‘ werden als Input gesehen und sollten – falls Bedarf besteht – projektspezifisch implementiert sein.

PoW Stand 2007

Verglichen mit der vorherigen Definition des RIBA von 2007 mit 11 Phasen ist dies bereits eine Straffung. Die Version von 2007 hatte elf Phasen:

     1. Appraisal – Bewertung, Evaluierung

     2. Strategic Brief – Übermittlung der Plangrundlage an den Architekten durch den Bauherren
     3. Outline Proposals – Vorentwürfe
     4. Detailed Proposals – Detailliertere Entwurf
     5. Final Proposals – Entwürfe
     6. Production Information – Ausführungsplanung
     7. Tender Documentation – Auschreibungsunterlagen
     8. Tender Action – Angebotseinholung
     9. Mobilisation – Bauvorbereitung
     10. Construction to Practical Completion – Bauausführung bis zur Fertigstellung
     11. After Practical Completion – nach Fertigstellung
     (Quelle: http://www.tektorum.de/studium-beruf/2990-leistungsphasen-anderen-laendern.html )

Autor: Odilo Schoch

Weitere Links zum Thema:

19. Oktober 2013 von Odilo Schoch
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