Deutschland setzt BIM auf Digitale Agenda

Heute präsentierten die Bundesminister Dobrindt, de Maizière und Gabriel die ‚Digitale Agenda‘ (link) für Deutschland. In der Rubrik ‚Digitalisierung der Wirtschaft unterstützen und vorantreiben‚ wird auch auf BIM und die Digitale Fabrikation eingegangen. So wird hier ‚die Unterstützung der Digitalisierung des Bauens‘ zugesagt und der Bereich als wichtiger Zukunftsmarkt benannt.

Damit folgt die Deutsche Bundesregierung Vorbildern wie Dänemark (link) und Grossbritannien (link), welche ebenso bereits die „Digitalisierung des Bauens“ zur Regierungsaufgabe gemacht haben.

20. August 2014 von Claus Maier
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BIM-Studienreise DK 2014, Workshops, BIM-Labor und Bürobesichtigung

Von BIM-Erfahrungen anderer zu lernen, hilft die Potentiale und Herausforderungen  bei der eigenen täglichen Arbeit zu erkennen. Dänemark kennt seit 2007 ein BIM-Gesetz. Nach sieben Jahren sind in Dänemark neue Geschäftsmodelle, konkrete Implementierungen und kritische Überarbeitungen entstanden. Und: Dänemark hat faszinierende neue Architektur und Ingenieurbauten.

Die Berner Fachhochschule (BFH) bietet eine Studienreise nach Kopenhagen an: intensive Weiterbildung vor Ort. Teilnehmer dieser Studienreise erhalten in Referaten zu jeweils ca. einer  Stunde und anschliessender Diskussion (ca. 30 bis 60 Minuten) aktuelles Wissen persönlich vermittelt. Es werden dadurch spezifische Themen umfangreich erörtert. Zusätzlich finden Werkshops statt, welche das neue Input in den Schweizer Kontext übersetzen.

Bauherrenvertreter, Architekten und Ingenieure erläutern ihre Erfahrungen.
Zudem werden im BIM-Labor der DTU und im Büro Vandkusten die Konzepte direkt vertieft. Weiterlesen →

05. Mai 2014 von Odilo Schoch
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Erstes Schweizer BIMcamp am 8.Mai in Zürich

Camp-pic1am 8.5.2014 führen buildingSMART Schweiz gemeinsam mit der ETH Zürich und der Berner Fachhochschule (BFH) das erste Schweizer BIMcamp in Zürich durch. Das BIMcamp ist ein eintägiger Anwenderworkshop, welcher explizit Praxisnähe und Machbarkeit von BIM im Jahr 2014 in der Schweiz zeigt.

Mit 100 Teilnehmern ausgebucht findet am Do. 08. Mai 2014 das erste BIMcamp Schweiz in Zürich statt.
Die Ankündigung formuliert treffend die Ziele: „buildingSMART Schweiz, die ETH Zürich und die Berner Fachhochschule (BFH) führen das erste Schweizer BIMcamp in Zürich durch. Der eintägige Workshop vermittelt gezielt Anwenderwissen und fördert den Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern. In vier gleichzeitig stattfindenden Expertenworkshops werden die Teilnehmer in kleinen Gruppen konkretes Wissen zu einer spezifischen Thematik erhalten.“  Weiterlesen →

02. Mai 2014 von Odilo Schoch
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Zusammenfassung des BIM-Seminar in Bern

Vergangenen Freitag erläuterten an einem BIM-Intensiv-Seminar der Berner Fachhochschule 7 Referenten aus Dänemark und der Schweiz Ihre Erfahrungen mit BIM. Die Teilnehmer aus Bauherrenvertretung, Architektur und Ingenieurwesen konnten den aktuellen Stand der Dinge und einen Einblick in die nahe Zukunft des BIM erhalten.

Die Referate gaben informierten breit und boten Gelegenheit zu teils kontroversen Diskussionen. Klarer Konsens herrschte betr. diesen Kernthemen:
      1. BIM fängt auf der Anwendungsebene an
      2. die strategische Führung muss sich Bewusst sein, was „gebimmt“ wird
      3. kompakte Anleitungen (IDM) unterstützen die Effizienz
      4. man muss nicht alles informiert 3D modellieren
      5. dezentrale Modelle sind erfolgreicher

 

Die Themen im Einzelnen:

 
BIM beginnt auf Anwendungsebene  – sowohl bei kleinen Projekten als auch bei komplexen Projekten wie Spitälern. „Anwendungsebene“ bedeutet hier schlicht, dass Menschen BIM umsetzen. Man kann mit der strategischen Ausrichtung der Abteilung oder Firma auf BIM-Methoden setzen, aber es braucht immer auch jene, die kompetent die Prozesse und Software in den jeweiligen Projekten angehen. Um die Implementierung zu vereinfachen ist einerseits der Erfahrungsaustausch unter Anwendern notwendig. Andererseits sind angepasste Software-Vorlagen hilfreich, da sonst schnell qualitativ schlechte Daten und Zeichnungen erstellt werden, welche Unzufriedenheit verkünden.
Die strategische Führung muss sich bewusst sein, welche Themen ab einem bestimmten Zeitpunkt bewusst mittels BIM-Prozessen und BIM-Software verbessert werden – und was dadurch die Konsequenzen sind. Dies erlaubt, dass Anwender eben Zeit erhalten eigene Erfahrungen zu sammeln und die generischen Software-Produkte den Anforderungen des Büros und des ersten Projektes angepasst werden. All dies kostet zumindest Zeit und evtl. auch Lehrgeld. Massnahmen zur Risikoreduzierung sind Anwenderworkshops und firmenspezifisch angepasste Software und Dateivorlagen.
Damit konkrete Aufgaben effizient umgesetzt werden, sind kompakte Anleitungen notwendig. Diese „Information Delivery Manuals (IDM)“(und hier) sind kompakt zu halten – es müssen nicht jene 792-seitige Wälzer sein, welche Sören Nielsen in seinem Referat stark kritisierte. Diese in Dänemark mittlerweile zur Pflicht gewordenen Dokumente machen die virtuellen und physischen Gebäude nicht besser. Vielmehr nehmen sie die Freude an Mehrwerten, welche BIM im Sinne der Entscheidungsunterstützung liefern kann.
Dass man muss nicht alles informiert 3D modellieren muss, zeigten Asbjoern Levring und Odilo Schoch, indem man beispielsweise Wege findet, Daten miteinander zu verknüpfen oder Simulationsergebnisse im virtuellen 3D-Modell integriert. dadurch werden trockene numerische Ergebnisse in den gesamtheitlichen Kontext der Planung gebracht. Dies kann beispielsweise die Darstellung der Helligkeitsverteilung im konkreten 3D-Raum sein oder die schnelle Analyse der grauen Energie. Dadurch sind Planungsfehler sehr früh erkennbar.

 

Eine intensive Diskussion fand statt betr. der Möglichkeiten von zentralen bzw. dezentralen Modellen. Alle Referenten waren sich einig, dass langfristig dezentrale Modelle grosse Vorteile bieten, da u.a. kleine innovative Softwarefirmen neue Ideen einbringen können. Insbesondere in der aktuell heterogenen Softwarewelt in der Schweiz sind aggregierte (also aus dezentralen Dateien zusammengeführte) Modelle erfolgreicher, da derzeit jeder Planungspartner in seiner Software weiterarbeiten kann – sofern sie Austauschformate zu anderen Softwarepaketen zur Verfügung stellt. Das Dateiformat IFC spielt hier eine wichtige Rolle. Dass dann in Software wie dem Solibri Model-Checker einzelne Modelle zusammengeführt werden erweckt den Eindruck, dass es nun doch Zentralmodelle gibt – aber es sind nur zusammengeführte Einzeldateien. Zentrale Modelle machen aber vor allem dann sind, wenn sowohl Software identisch ist und die Mitarbeiter im selben Büro arbeiten. Solch ein Biotop ist positiv für zentrale Lösungen.
Abschliessend war klar, dass der Besuch der skandinavischen Gäste viel wert war – aber dass man in der Schweiz eigentlich auch viele Themen bereits digital vernetzt arbeiten könnte. Asbjoern Levring zeigte allerdings zum Abschluss noch Software wie Tally oder VEO, welche komplett neue Planungsaspekte ermöglichen. Dadurch kam Lust auf die Teilnahme an der Studienreise der BFH nach Kopenhagen.
 
Der Autor Odilo Schoch ist auch der Organisator der Weiterbildungsveranstaltung.

06. April 2014 von Odilo Schoch
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BIM-Einführung für Architekten, Ingenieure und Bauherren (Veranstaltungshinweis)

7 Referenten geben eine Einführungen zu BIM in einem Tag für Architekten, Ingenieure und Bauherren.

Am 04. April 2014 werden in einem Ganztagesseminar in Bern 7 Referenten aus Dänemark und der Schweiz ihre Erfahrungen zu BIM in der Anwendung und Implementierung erläutern. Sie erläutern die Mehrwerte, Erfolge und Risiken.  Die Veranstaltung wird bereits zum zweiten Mal von der Berner Fachhochschule (BFH) organisiert.
Teilnehmer erfahren u.a., was BIM im jeweiligen Kontext bedeutet, dass man auch mit „ein wenig“ BIM beginnen kann, wie BIM-Modelle geprüft werden können und wie die Kooperation am besten erfolgt.
Die Referenten:
  • Soeren Nielsen, Partner www.Vandkunsten.com   Architekten AS , Kopenhagen; erläutert, wie sein Architekturbüro intern und extern mit erfolg auf die BIM-Arbeitsweise wechselte, warum mehr Wettbewerbe gewonnen wurden und was nicht funktioniert.
  • Markus Giera, Gründer www.Kaulquappe.net  GmbH, Zürich; erläutert anhand Schweizer Projekte die Vorteile und Herausforderungen digitaler interdisziplinärer Planung seitens Software und Mitarbeiter.
  • Asbjoern Levring, Danish Technological Institute, Kopenhagen; erläutert die aktuellen Software-Tools zur Schaffung realer Mehrwerte für Architektur, Ingenieurwesen und Baustellenplanung. Er zeigt Tools wie Tally ( Lebenszyklusanalyse von Kieran Timberlake), Vasari (Intelligente Vorentwürfe) und  Vico (u.a. Bauzeitenplanung).
  • Dennis Kristensen, www.Strusoft.se   AS Ingenieursoftware, Kopenhagen/Malmö; erläutert die akutellen Möglichkeiten vernetzter Ingenieur und Energie-Software bis hin zur Planung von Vorfertigungen. Strusoft entwickelte den ARCHICAD-Ecodesigner.
  • Sieglinde Wesesslintner, Walder + Trüeb Engineering AG, Zürich; erläutert den Nutzen von vernetzten Daten im Facility Management (FM) für Betrieb und Szenarienplanung.
  • Christian von Büren, BFH; zeigt die Potentiale für BIM-Arbeitsweisen in frühen Projektphasen zugunsten Bauherren und Architektur-Wettbewerben.,
  • Odilo Schoch, BFH; ist Gastgeber und erläutert die Grundlagen der meist einfachen Implementierung von einzelnen Aspekten des BIM – und die Herausforderungen an Mitarbeiter und Verträge.
Link zur Anmeldung bei der BFH: http://www.ahb.bfh.ch/ahb/de/Schule/Veranstaltungen/BIM_Grundlagen_2014.htm
oder Email an Odilo.Schoch@bfh.ch

28. März 2014 von Odilo Schoch
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Ein Besuch bei der FABRICATE 2014

Impressionen aus der zeitgleich eröffneten Ausstellung.

Gestern endete die FABRICATE 2014, eine Konferenz von Forschern und Fachleuten, die sich den Themen rund um innovative, digital unterstütze Fertigungsprozesse und Design in den Bereichen Architektur und Ingenieurwesen widmete. Die mit ca. 500 Teilnehmern ausverkaufte Veranstaltung dauerte 2 Tage und wurde durch den Lehrstuhl Architektur und Digitale Fabrikation der ETH Zürich organisiert.

Gegliedert durch vier Hauptvorträge wurden aktuelle Entwicklungen erläutert und im Kontext positioniert. Neil Gershenfeld (MIT) ging beispielsweise in seinem Vortrag auch auf gesellschaftliche Veränderungen durch digitale Planung ein. Achim Menges (Uni Stuttgart) berichtete von seinen umgesetzten Pilotprojekten die sich an Grundthesen der Bionik orientieren. So wurden spannende Themen zur Digitalen Planung von den theoretischen Grundlagen durch Mario Carpo (Yale) bis zur praktischen Anwendung aufgezeigt.

Diesen Vorträgen folgten stets weitere viertelstündige Präsentationen von internationalen Pilotprojekten durch die Forscher und Entwickler. Die Referenten widmeten sich Fragestellungen, wie

  • der fertigungstechnisch idealen Formfindung von Fassaden,
  • der Entwicklung robotergesteuerter Fertigungprozesse von Verbindungspunkten in Holz und Stahl.
  • der Formbildung durch robotisch zugeschnittene Styroporblöcke die als Schalungselemente Einsatz fanden.
  • grossformatiger 3D Druck mit Sandstrukturen
  • dem Zustanzen und Formen von Blechen um ihnen statische Steifigkeit zu verleihen oder individuelle Formen zu gestalten.
  • das Forschen an sich-selbst-organisierenden Strukturen
  • erste Pilotprojekte zum Einsatz von Drohnen in der Montage
  • innovative, robotische Schweisstechniken.

Wer Architektur bislang als eine Fachdisziplin wahrgenommen hat, die in erster Linie formal theoretische Gesichtspunkte in einem funktionalen und gesellschaftlichen Kontext diskutiert, der konnte hier feststellen, dass nahezu jede grössere Architekturfakultät wie Zürich, London, Stuttgart, München, Innsbruck usw. heute über eine Robotikabteilung verfügt und dass das Lernen einer HAL-Schnittstelle zum steuern selbiger Roboter aus der Modellierumgebung Rhinoceros 3D genauso zum Handwerk gehört wie bis anhin vielleicht die Kenntnisse in der Anwendung von Photoshop.
All dieses machte die zwei Tage äusserst spannend und lässt weitere spannende Entwicklungen auf dem Gebiet der Digitalen Fabrikation für die kommenden Jahre erwarten.

Zu empfehlen ist auch das gut gestaltete Buch zur Konferenz, die ‚proceedings‘. Die Vorträge der Referenten sind auf Englisch mit hochauflösenden Bildern versehen. Zudem gibt es Interviews mit den Hauptreferenten.
Buchtitel: FABRICATE, Negotiating Design and Making; Fabio Gramazio, Matthias Kohler, Silke Langenberg (eds.); 2014, gta Verlag,  Link: https://books.gta.arch.ethz.ch/bookshop/ki.php/Novitaeten-51.html

Links:
Webseite der Fabricate: http://www.fabricate2014.org/
Twitter-Link: https://twitter.com/fabricate_2014
Twitter Hashtag: https://twitter.com/search?q=%23ethFAB14&src=hash
Der Fotostream von Orkun Kasap zeigt die Atmosphäre. Passend zur Veranstaltungen wurden die Namensschilder per 3D-Drucker ausgedruckt (siehe auch diesen Video).

Autor
C.M.

16. Februar 2014 von Claus Maier
Kategorien: Planung / Methodik, Technik | Schreibe einen Kommentar

BIM Leitfaden für Deutschland veröffentlicht

Seit Januar 2014 ist der BIM-Leitfaden für Deutschland kostenlos als PDF verfügbar. Das Dokument nennt sich „Information und Ratgeber, Endbericht“. Es entstand im Rahmen des Deutschen Forschungsprogramms ‚ZukunftBAU‘,des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS).

Der „BIM-Leitfaden für Deutschland“ ist ein gut und fundiert geschriebenes Dokument, wie es in deutscher Sprache lange Zeit vermisst wurde. Es fokussiert auf eine BIM Methodik im Sinne des softwareunabhängigen „OpenBIM“ die sich als Informationsmanagement versteht und Planungssicherheit durch das Vermeiden von Fehlern und das Bereitstellen von konsistenten Datengrundlagen in den Vordergrund rückt. Das Dokument zeigt nur wenige Lücken, welche aktuelle BIM-Anwender gerne beantwortet haben möchten (siehe unten in diesem Post).
Mit über 100 Seiten ist es ein umfangreiches Dokument. Es hilft Planern, Bauherren und Interessierten einen fundierten Einblick in BIM als Arbeitsmethode zu erhalten und kann aufgrund seiner Allgemeingültigkeit und grundsätzlichen Zügen auch für die Situation in der Schweiz für kleinere und grössere BIM-Projekte herangezogen werden.
Kernaussagen des BIM-Leitfadens für Deutschland:
  • Verständnis von BIM als Methodik
  • BIM ist ein zeitgemässes Informationsmanagement als Qualitätssicherungs-System
  • BIM eignet sich für grosse und kleine Firmen/Projekte
  • das zentrale Dokument in dem BIM-Anwendung ist ein Projektabwicklungsplan (BIM execution plan)
  • koordinierte Fachmodelle werden einem gemeinsamen und zentralen Gesamtmodell vorgezogen
  • für die erfolgreiche BIM-Anwendung brauchen Mitarbeiter Kompetenzen betr. Software, Richtlinien und Arbeitsprozesse
  • es sind partielle BIM-Implementierungen möglich
  • es können Verlagerungen des Planungsaufwands in frühere Projektphasen stattfinden
  • mit datentechnischer Problemen wird gerechnet
  • die Verwendung verschiedene Dateiformate für unterschiedliche Disziplinen sind sinnvoll – die Zusammenführung erfolgt über IFC
Zudem wird im „BIM-Leitfaden für Deutschland“ erläutert, wie Schwierigkeiten bei der BIM-Projektdurchführung entstehen können und dass sich firmeninterne Prozesse und Teamstrukturen ändern.
Der „BIM-Leitfaden für Deutschland“ erhebt keinen Anspruch eine Vertragsgrundlage mit konkreten Anleitungen zu sein. Für derartige Anleitungen wird auf noch zu entwickelnde Dokumente wie sog. BIM-Projektabwicklungspläne (BIM execution plan, vgl. Grundlagen erfolgreicher BIM-Anwendung) oder Richtlinien von koordinierenden Stellen verwiesen. Im Leitfaden wird mehrmals hervorgehoben, dass bei BIM-Projekten eine Zieldefinition durch den Bauherr vorliegen muss. Zumindest müssen Auftraggeber die BIM-Ziele und ein qualifiziertes Raumprogramm festlegen. Dieses Raumprogramm (eher als Raumbuch bekannt) kann unterschiedliche Anforderungen repräsentieren was Projektvarianten ermöglicht. Klar beschreibt der „BIM-Leitfaden für Deutschland“, dass sich der Bauherr auch mit BIM-Software und deren Implementierung auseinandersetzen muss.
Der „BIM-Leitfaden für Deutschland“ behandelt folgende Themen noch nicht oder nur teilweise:
  • Benennung oder Empfehlung der Veränderungen in Verträgen (allerdings werden im Leitfaden verteilt vertragsrelevante Aspekte benannt!)
  • Referenzprozesse für erfolgreiche BIM-Implementierung
  • Benennung der koordinierenden Attribute in IFC-Bauteilen
Es wird interessant zu beobachten, wie diese Themen in Zukunft gelöst werden.

Autor: Odilo Schoch

14. Februar 2014 von Odilo Schoch
Kategorien: BIM International, Leitfaden, Planung / Methodik | Schlagwörter: | Schreibe einen Kommentar

BIM als Thema an der Swissbau

In Basel startet heute die Swissbau 2014 erfolgreich. Viele Aussteller nehmen sich dem Thema BIM (Building Information Modeling) in der Schweiz an. Es geht um die digitale Unterstützung von Planung, Bau und Betrieb von Immobilien und Ingenieurbauwerken. Wir stellen Themen, Produkte und Firmen zusammen: Events und Aussteller.

Vorträge / Events:

– 23. Jan 2014: Bauprodukteverordnung: Potential und Hemmnisder Verordnung BPV und Regulierung: der ETH Spinoff BuildUp zeigt einen teil seiner BIM-basierten Leistungen: Bauinformationsmodelle.

– 24. Jan 2014: SmartDensity – dichter und schlanker bauen mit Holz :  Prozesse im Holzbau nehmen bereits einige Fragestellungen der BIM-Arbeitsweise vorweg. Im Holzbau funktioniert die digitale Datendurchgängigkeit sehr. Es wird was immer mit informierten 3D und parametrischen Objekten modelliert. Und die Priduktion erfolgt fast nur noch über digital angesteuerte CNC-Maschinen.

Tools und Aussteller – alle in Halle 4.1

Computerworks AG; Tools wie Solibri Model Checker vereinfachen die BIM-Modellprüfung; Computerworks präsentiert ebenso Vectorworks – ein BIM-Modellierer für Architekten. Neu ist am stand die Demonstration anhand eines Schweizer-BIM-Modells, in welchem Architektur und Gebäudetechnik (via Plancal modelliert) verknüpft sind.

Mensch und Maschine (MuM), ; Modellprüfung, Modellieren, Mengenermittlung;

Revit MEP als objektorientiertes Modellierwerkzeug für Fachplaner der Gebäudetechnik mit direkter Kompatibilität zu anderen Produkten der Revit-Familie.
Revit Architecture als objektorientiertes Modellierwerkzeug für Architekten, welches vor allem in angelsächsischen Raum zur Generierung von BIM-Modellen verwendet wird.
QTO – Quantity Take Off als universelles Werkzeug, welches clever projektbezogene Mengenermittlungen auf Basis diverse Dateiformate ermöglicht.
MuM Architekturpaket als Hilfestellung in der täglichen Arbeit.
Sofistik – Statiksoftware mit BIM-Fähigkeiten in Import, Export und Arbeitsweise.

Messerli als Anbieter von Bauadministrationssoftware mit IFC-Schnittstelle

Tekla / Plancal (Nova) als Modellierer und Berechnungswerkzeug für die Gebäudetechnikplanung. Am Stand von Computerworks sehen Sie die Kombination mit dem Architekturmodell zu einem interdisziplinären BIM-Projekt.

Dieser Artikel verwendet viele registrierte Marken. Auch ohne spezielle Nennung gehören diese den jeweiligen Eignern.

 

 

21. Januar 2014 von Claus Maier
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Buch zu BIM, Vorteile, Hürden und Einführung im Büro

„Building Information Modeling“
von El Dado und Demian (2011).

Das kompakte Buch „Building Information Modeling Benefits, Obstacles, Adoption“ von Fathallah El Dado und Dr. Peter Demian (Lambert Academic Publishing, ISBN 978-3-8454-7585-1) ist eine Empfehlung für Planer, welche eine BIM-Implementierung  in Ihrem Architektur- oder Ingenieurbüro koordinieren.

Die Autoren fassen Berichte Dritter geschickt zusammen, so dass man schnell, essentielle Erkenntnisse zu Implementierung, sowie den Vorteilen und Hürden von BIM erhält.

 
Insbesondere die üblichen Hürden der BIM-Einführung werden klar beschrieben (Seite 17f):
  • es gibt grundsätzlich Widerstand gegenüber Veränderungen in etablierten Prozessen
  • letztlich verlange ja niemand nach BIM, weder Bauherren noch Chefs.
  • viele Bauherren wüssten nicht von den Vorteilen des BIM bzw. würden nicht mehr bezahlen wollen.
  • die Investitionen in Software und Schulung stellen eine weitere Hürde dar
  • das Interesse der jüngeren Mitarbeiter würde durch den starken Einfluss der (älteren) Chefs auf die gesamte Bürokultur eingeengt.
 
Bei der Implementierung werden aus technischer Sicht drei Ansätze der BIM-bezogenen Arbeit beschrieben (Seite 12f). Die Autoren fokussieren mehr auf die software-technischen Aspekte und weniger auf die Methodik bzw. BIM-basierten Aktivitäten in der Planung:
  1. zentrale Datenhaltung mit einer Software: Hierbei setzen Planungsfirmen auf möglichst eine sehr mächtige Software, welche viel Schnittstellenprobleme löst, allerdings von den Anwendern viel Kompetenz abverlangt. Dadurch ist die Implementierung schwieriger und evtl. teurer.
  2. die verteilte und referenzierte Datenhaltung: Dieser Ansatz ist oft bestehenden nicht „gebimmten“ Arbeitsabläufen ähnlich. Es werden die Softwaretools der einzelnen Planer autark belassen, so dass deren Funktionen nicht in eine zentrale BIM-Software integriert werden. Allerdings greift jedes Software-Paket über klare Schnittstellen [Dateiformate, Inhalte, etc.] auf die BIM-Daten des zu planenden Gebäudes zu. Als Nachteil wird die dadurch entstehende meist nicht-dynamische Verknüpfung der Daten aufgeführt: durch das Abspeichern in Dateien gehen vor allem die Vorteile stets aktueller Planungsdaten verloren: eine dynamische Dateneinbindung – wie sie zentrale Software ermöglicht – bietet hier Vorteile. In der verteilt-referenzierten Datenhaltung gehen dadurch leicht die aktuelle Änderungen wie beispielsweise der Mengenermittlungen verloren, da von der einen Software immer auch aktuelle Exportdateien gespeichert werden müssen. Durch cleverer Strukturierung von Daten und Arbeitsprozessen kann dieses Problematik aber aufgefangen werden .
  3. BIM-Implementierung durch Plug-Ins: Um die BIM-Daten zu erzeugen und zu analysieren gibt es auch die Möglichkeit, dass die Kernsoftware durch Plug-Ins erweitert wird. Dazu muss die Software aber eine Programmierschnittstelle (API) haben. Dadurch kann eine im Büro noch nicht gelöste aber notwendige Durchgängigkeit von Daten ermöglicht werden. [Anmerkung swissBIM: die meisten CAD-Softwares haben eine solche API].

Zu den Vorteilen des BIM erstellen El Dado und Demian fünf Gruppen (Seite 14ff) . Diese variieren jeweils durch die projektspezifischen Zielvorgaben:
  1. Der Entwurf wird gesamtheitlich sichtbar und vereinfacht dadurch die Kommunikation der Planungsbeteiligten untereinander.
  2. Die Baubarkeit und Nutzung kann überprüft werden und wird durch Planungsalternativen gewertet.
  3. Der Bauablauf kann hinsichtlich Erstellungsprozess und des Kostenverlaufs sichtbar dargestellt werden.
  4. Externe Zulieferer von Bauteilen können frühzeitig im Dialog integriert werden.
  5. Im Gebäudebetrieb kann das Facility Management auf aktuelle Projektinformationen zurückgreifen, da diese „wie gebaut“ an den Bauherren übergeben sind.

Das Buch erschien 2011 und basiert auf einer Dissertation an der Loughborough University http://www.lboro.ac.uk/departments/cv/research/centres.html  in Mittelengland. Unter vielen Büchern aus dem angelsächsischen Raum sticht es durch eine klare Sprache und eine saubere Zusammenfassung auf kompakten 28 Seiten hervor und lässt schwammige Visionen zu BIM erfreulich aus.

Die Kompaktheit des Buches verkürzt allerdings an einigen Stellen zu sehr, so dass Neueinsteiger in BIM den Eindruck gewinnen könnten, dass BIM immer ganzheitlich angedacht werden müsste. Ich sehe das Buch daher als Basis für eigene Argumentationen.

Autor: Odilo Schoch



18. Januar 2014 von Odilo Schoch
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Links und Unterlagen zu Vortrag BIM in Dänemark in der SBC-Z

Wie angekündigt finden Sie hier die Unterlagen  zum Vortrag von Asbjørn Levring (DK) und mir (Odilo Schoch) am 12. Dez. 2013 in der Schweizer Baumuster-Centrale Zürich
Das grosse Interesse und das erhaltene Feedback haben uns sehr gefreut. Es ermuntern uns zu weiteren Veranstaltungen. Vielen Dank.


Die Präsentation des Vortrag vom 12. Dez. 2013:
  • Die Folien des Vortrags (via SlideShare.net)

Links zu BIM:

Nochmals grossen Dank an die Sponsoren:

Autor: Odilo Schoch

15. Dezember 2013 von Odilo Schoch
Kategorien: Software | Schreibe einen Kommentar

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